Interview mit Jonas Hunkeler, Oberkirch

Über die Wetterkapriolen 2021 und die Digitalisierung

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Colette Basler
10. Dezember 2021

Betriebsspiegel

Spezialkulturenbetrieb

5,5 ha Obstbau (Äpfel & Birnen)

1 ha Weinbau

1,3 ha Futterbau 

Direktvermarktung von rund 8000 Flaschen Wein

2021 war ein schwieriges Erntejahr. Wie wart ihr betroffen davon? 

Im Obstbau waren wir mit den vielen Frostnächten und somit mit dem Frostschutz gefordert. Die Birnen schützten wir mit Frostkerzen. Nach einem guten Frühling, waren die langen Regenfälle im Sommer eine Herausforderung. Aufgrund dieser Kälte- und Nässeperiode liessen viele Bäume die Birnen fallen. 

Beim Weinbau hatten wir erstmals richtig Probleme mit dem echten Mehltau in den Solaris Trauben. Die Trauben sahen aber trotzdem ziemlich gut aus und der Pilzbefall hielt sich in Grenzen. 

Welche Herausforderungen stellten sich in der Weinproduktion? 

Die Wespen! Sie lieben die Solaris-Traube. Kriegen sie die Möglichkeit mit Fressen zu beginnen, entsteht schnell Fäulnis. Auch die Essigfliege ist eine Herausforderung. 

Dank den Seitenschutznetzen können wir die Trauben gut vor Hagel schützen, ebenfalls vor Frass von Vögeln oder von Dachsen. 

Wieso ist der ÖLN genau die richtige Produktionsform für euch? 

Wir haben die Zusatzlabel Suisse Gap und Suisse Garantie. In einem normalen Jahr haben wir 1200 – 1400 mm Niederschläge. Da wir im Obstbau sehr anfällige Sorten anbauen, ist eine biologische Produktion schwierig. Wir haben lehmige Böden, welche wir bei einer Umstellung auf Bio viel mehr beanspruchen müssten. 

Wie sieht der Weinbau in 20 Jahren aus? 

Die Wetterextreme werden uns fordern. 

Was macht eure Weine einzigartig? 

Wir hatten Glück mit der Sortenwahl (Solaris, Muscaris). Sie bescheren uns schöne, fruchtige Weine, welche allseits beliebt sind. 

Welches ist das Highlight der letzten Jahre und warum? 

Der Weinbau! Dieser eröffnete uns neue Begegnungen, gute Gespräche und Freude der Kundinnen und Kunden für unsere Produkte. Eine tolle Erfahrung, welche wir nicht mehr missen möchten. 

Wo ist dir die Digitalisierung in der Landwirtschaft nützlich? 

Für die ganzen Aufzeichnungen von Massnahmen (die Stunden im Weinbau, Pflanzenschutz, Düngung…) arbeiten wir mit dem Feldkalender von barto. Als Betriebsleiter will ich wissen, was während des Jahres auf den verschiedenen Parzellen geschieht und welche Kosten die Arbeiten mit sich bringen. Unsere Pendenzen notieren wir im «To do». So geht nichts vergessen. 

Wieso nutzt du barto?

Seit diesem Jahr müssen wir die Zulassungsnummern im Pflanzenschutz aufschreiben. Ich brauchte eine andere Lösung für den Alltag, ein Tool, das hilft Entscheidungen zu planen und das direkt über Kosten informiert. Mit wenigen Handgriffen können wir nun unsere Aufzeichnungspflicht erfüllen und haben ein Instrument, das uns bei der Betriebsführung unterstützt. 

Dank der App 365Crop, haben wir ein einfaches Instrument, um unsere Arbeiten zu dokumentieren.